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Standard

 

Das Idealbild nach FCI-Standard No.50 vom 24.07.1996

 

Geschichtlicher Abriss

 

Die Rasse stammt aus den auf Neufundland heimischen und dem von den Wikingern nach 1100 eingeführten großen, schwarzen Bärenhund. Mit der Ankunft europäischer Fischer trugen verschiedene andere Rassen dazu bei, diese Rasse zu formen und neu zu beleben, die wesentlichen Merkmale aber blieben erhalten.

Als die Besiedlung der Insel im Jahre 1610 begann, waren die eigenständige Gestalt und Anlagen des Neufundland-Hundes schon weitgehend festgelegt. Diese Merkmale ermöglichten es ihm, dem extrem rauen Klima und der feindlichen See zu trotzen, während er Lasten an Land zog oder als Wasser und Rettungshund diente.

Allgemeine Erscheinung

 

Der Neufundländer ist wuchtig mit kräftigem Körper, gut bemuskelt und gut abgestimmt in seinen Bewegungen.

 

Wichtige Proportionen

 

Die Körperlänge vom Widerrist bis zum Rutenansatz entspricht der Widerristhöhe. Der Körper ist kompakt. Der Körper der Hündin kann geringfügig länger sein und ist nicht so kompakt wie der des Rüden. Der Abstand vom Widerrist bis zur Brustunterseite ist größer als der von der Brustunterseite zum Boden.

 

Verhalten und Wesen

 

Im Ausdruck des Neufundländers spiegeln sich Wohlwollen und Milde. Voller Würde in seiner Freude und seinen Aktivitäten, ist er bekannt für seine gediegene Sanftmut und Ausgeglichenheit.

 

Kopf

 

Mächtig. Der Kopf der Hündin hat die gleiche allgemeine Form wie die des Rüden, ist aber nicht so mächtig.

Schädelbereich

 

Oberkopf: breit mit leicht gewölbtem Schädeldach und stark entwickeltem Hinterhauptbein. Stop: deutlich aber niemals steil.

 

Gesichtsbereich

 

Nase: breit, gut pigmentiert, Nasenlöcher gut entwickelt. Farbe: schwarz bei schwarzen und schwarz-weißen Hunden, braun bei braunen Hunden.

Schnauze: Eindeutig quadratisch, tief und maßvoll kurz, mit kurzem, feinem Haar bedeckt und ohne Falten. Die Schnauzenwinkel sind deutlich, aber nicht übermäßig betont.

Wangen: weich

Gebiss: Scheren- oder Zangengebiss

Augen: relativ klein und tief gebettet. Sie liegen weit auseinander und zeigen keine Bindehaut. Farbe: dunkelbraun bei schwarz-weißen und schwarzen Hunden, hellere Schattierungen bei braunen Hunden erlaubt.

Ohren: relativ klein, dreieckig mit abgerundeten Enden, gut hinten an der Seite des Kopfes angesetzt und eng anliegend. Beim erwachsenen Hund reicht das nach vorne geklappte Ohr bis zum inneren Augenwinkel auf derselben Seite.

Hals: stark, muskulös, gut auf der Schulter sitzend und lang genug, um den Kopf würdevoll zu tragen. Der Hals sollte keine übertriebene Wamme zeigen.

 

Körper

 

Der Knochenbau ist durchgehend massiv. In der Seitenansicht ist der Körper tief und kräftig.

Oberlinie: Eben und fest vom Widerrist bis zur Kruppe.

Rücken: Breit

Lende: Stark und gut bemuskelt

Kruppe: Breit, mit einem Winkel von etwa 30° abfallend.

 

Breit, voll und tief mit gut ausgeformten Rippenbogen.

Bauch und Unterlinie: Fast eben und niemals aufgezogen.

 

Vorderpartie

 

Die Vorderläufe sind gerade und stehen parallel, auch wenn der Hund geht oder langsam trabt.

Schulter: Sehr gut bemuskelt, gut anliegend in einem Winkel von annähernd 45° zur horizontalen Linie.

Ellenbogen: Dicht an der Brust.

Carpalregion: Leicht geneigt.

Vorderpfoten: Breit und zum Körper passend, gut gerundet und geschlossen mit festen, kompakten Zehen. Zwischenhäute vorhanden. Zehennägel schwarz bei schwarz-weißen und schwarzen Hunden, hornfarben bei braunen Hunden. Bei weißen Zehen sollten die Nägel nicht schwarz sein.

 

Hinterpartie

 

Da die zum ziehen von Lasten, zum Schwimmen oder effektiven Vorwärtsbewegung erforderliche Antriebskraft im wesentlichen von den Hinterläufen abhängt, ist die hinter Struktur des Neufundländers von vorrangiger Wichtigkeit. Das Becken muss stark, breit und lang sein.

Oberschenkel: Breit und muskulös.

Knie: gut gewinkelt, aber nicht so, dass ein kriechender Eindruck entsteht.

Unterschenkel: stark und recht lang.

Sprunggelenk: relativ kurz, gut tief und gut auseinander stehend parallel, weder ein noch ausdrehend.

Hinterpfoten: fest und geschlossen. Nagelfarbe wie an den Vorderpfoten. Wolfskrallen sofern vorhanden, sollten entfernt worden sein.

 

Rute

 

Die Rute dient dem Neufundländer als Ruder beim Schwimmen, daher ist sie stark und breit an der Wurzel. Wenn der Hund steht hängt die Rute herab, möglicherweise mit einem leichten Bogen am Ende, sie reicht bis zu den Sprunggelenken oder bis kurz darunter. Ist der Hund in Bewegung oder erregt, wird die Rute waagrecht mit leichter Aufwärtsbewegung getragen, niemals aber über den Rücken gerollt oder einwärts zwischen die Beine gezogen.

Gang- und Bewegung

 

Der Neufundländer bewegt sich mit ausgreifendem Vortritt und starkem Schub der Hinterläufe, dabei den Eindruck anstrengungsloser Kraft vermittelnd. Ein leichtes Rollen des Rückens ist natürlich. Bei zunehmendem Tempo neigt der Hund zur einspurigen Trittfolge bei gerade bleibender Oberlinie.

 

Fell

 

Haarkleid. Der Neufundländer hat ein wasserabweisendes doppeltes Haarkleid. Das äußere Haarkleid ist mäßig lang und schlicht ohne Locken. Eine leichte Wellung ist erlaubt. Die Unterwolle ist weich und dicht, im Winter dichter als im Sommer, bis zu einem gewissen Grad aber immer an Rumpf und Brust vorhanden. Das Haar an Kopf, Schnauze und Ohren ist kurz und fein. Vorder- und Hinterläufen sind befedert. Die Rute ist völlig mit dichtem langem Haar bedeckt, bildet aber keine Fahne.

 

Farbe

 

schwarz- weiß-schwarz und braun.

schwarz: Die traditionelle Farbe ist schwarz. Die Farbe muss so gleichmäßig wie möglich sein, jedoch ist ein leichter Anflug von Braun erlaubt. Weiße Markierungen an Brust, Zehen und oder Rutenspitze sind erlaubt.

weiß-schwarz: Diese Varietät hat historische Bedeutung für die Rasse. Das bevorzugte Muster ist ein schwarzer Kopf mit vorzugsweise weißer bis zur Schnauze reichender Blesse, schwarzer Sattel mit gleichmäßigen Markierungen und schwarz auf der Kruppe und dem oberen Teil der Rute. Die übrigen Partien müssen weiß sein, können aber ein Minimum an Russ zeigen.

Braun: Die braune Farbe reicht vom schokoladen- bis bronzebraun. Weiße Markierungen an der Brust, Zehen und oder Rute sind erlaubt.

Weiß-schwarze und braune Hunde sind in der gleichen Klasse wie die schwarzen zu zeigen.

 

Größe und Gewicht

 

Die durchschnittliche Widerristhöhe beträgt für

ausgewachsene Rüden: 71 cm

ausgewachsene Hündinnen: 66 cm

Das durchschnittliche Gewicht liegt bei etwa 68 kg für Rüden und etwa 56 kg für Hündinnen.

Größe ist wünschenswert, genießt aber keinen Vorzug vor Harmonie, allgemeiner Gesundheit, kräftigem Gebäude und korrektem Gangwerk.

 

Fehler

 

Jede Abweichung von den vorstehenden Punkten sollte als Fehler angesehen werden, der im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung bewertet werden sollte.

Auszumerzende Fehler

Anmerkung - Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden.

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